Mireille van der Moga – Nuclear Nippon

Tabula rasa, ein leeres Blatt, ein radikaler Neuanfang. Die Idee der tabula rasa ist untrennbar mit der zerstörerischen Kraft von Atombomben verbunden. Die langfristigen Folgen von Nuklearkatastrophen werden selten als tabula rasa betrachtet, selbst wenn große Gebiete jahrtausendelang unbewohnbar werden.
Nuclear Nippon befasst sich mit einem Land, das sich trotz seiner Erfahrungen mit Atomkriegen und langen, gut dokumentierten Geschichte von Erdbeben und Tsunamis bewusst dafür entschieden hat, seine Küste mit Kernkraftwerken zu säumen. Ich reiste nach Hiroshima, Nagasaki und Fukushima, um zu sehen, wie Japan mit diesem Erbe lebt.
Auch wenn diese Ereignisse heute nur noch ein schwaches Echo aus fernen Zeiten sind, möchte ich mit meiner Arbeit die Risiko-Nutzen-Analysen infrage stellen, die letztlich das langfristige Wohlergehen von Mensch und Umwelt gefährden.


Tabula rasa, a clean slate, a radical new beginning. The idea of the tabula rasa is inherently bound up in the destructive power of atomic bombs. We seldom consider the long term consequences of nuclear catastrophes in terms of tabula rasa, even when large areas become off limits for safe habitation – for millennia.
Nuclear Nippon looks at a nation that, despite its experience with nuclear warfare, and a long and documented history of earthquakes and tsunamis, consciously selected to ring its coastline with nuclear power plants. I traveled to Hiroshima, Nagasaki, and Fukushima to look at how Japan lives
with this legacy.
While these events are today faint echos from distant shorts, they aim to question the risk-benefit analyses that end up putting the long-term welfare of people and the environment in jeopardy.