Genius Loci

Eine Gruppenausstellung in Einzelteilen
ab 30. April 2021
im Tunnel19 – Studio
Kohlfurter Str. 42, Berlin-Kreuzberg

Genius Loci – Der Geist des Ortes

Was macht einen Ort aus? Worin besteht seine Aura, seine Eigenart? Welcher Geist lebt in ihm? Die Atmosphäre eines Ortes wurde zu römischer Zeit auf das Wirken eines Schutzgeistes, des jeweiligen Genius Loci, zurückgeführt. Heute ist an dessen Stelle der Geist von Menschen und ihrer Geschichte getreten, die das Erscheinungsbild und die Ausstrahlung eines Ortes beeinflusst haben.
In unseren Breiten gibt es kaum noch Orte, die nicht von Menschen bebaut und gestaltet, bepflanzt, asphaltiert oder kultiviert worden wären. An vielen davon haben sich menschliche Einflüsse über Jahrhunderte in zahlreichen Schichten übereinandergelagert. Im Wechselspiel mit dem Wirken der Naturgewalten, von Pflanzen und Tieren prägt diese Geschichte jeden Ort auf eine spezifische Weise, manchmal geplant und durchdacht, zu einem großen Teil jedoch chaotisch und zufällig.
 In unseren Arbeiten werden die verschiedenen Ausprägungen und Zustände, die ein Genius Loci annehmen kann, auf neue Art sichtbar, von unserem unmittelbaren persönlichen Zuhause über urbane Szenarien in Berlin bis hin zu charakteristischen architektonischen Situationen im Berliner Umland. Wie allgemein bekannte Erinnerungsorte im persönlichen Erleben zu einer neuen, irritierenden Art von Schauplätzen werden können, lässt sich an den ambivalenten Fotos studieren, die auf dem Gelände ehemaliger Konzentrationslager entstanden sind.

Genius Loci – The spirit of the place

What makes a place special? What is its aura, its character? Which spirit lives in it? In Roman times, the atmosphere of a place was attributed to the work of a protective spirit, the respective genius loci. Today its place has been taken by the spirit of people and their history, which have influenced the appearance and radiance of a place.
In our latitudes there are almost no places left that have not been built and designed, planted, asphalted or cultivated by people. In many of them, human influences have been superimposed in numerous layers over the centuries. In the interplay with the action of the forces of nature, of plants and animals, this history shapes each place in a specific way, sometimes planned and thought out, but to a large extent chaotic and accidental.
In our works, the various forms and states a genius loci can take on become visible in a new way, from our immediate personal home to urban scenarios in Berlin to characteristic architectural situations in the Berlin countryside. How generally known places of remembrance can become a new, irritating kind of setting in personal experience can be studied in the ambivalent photographs taken on the grounds of former concentration camps.


30.4. – 6.5. | David Varnhold – Wer weiß, was du siehst…
7.5. – 13.5. | Volker Hagemann – take it or leave
14.5. – 20.5. | Lars Wagner – Die Wahrheit liegt im Staunen
21.5. – 27.5. | Sylvia Zirden – Was bleibt (Frühjahr 2020)
28.5. – 3.6. | Andreas Henkel – Orte ohne Koordinaten
4.6. – 10.6. | Martin Kesting – Seeing Things / „Fleet“ 2020
11.6. – 17.6. | Mireille van der Moga – Plattenland